Es gibt viele Blogs über Persönlichkeits­­entwicklung. Und es gibt zahlreiche Blogger, die sich auf Nachhaltigkeitsthem­en fokussiert haben. Ich selbst habe beide Themen zunächst unabhängig voneinander in mein Leben integriert und schnell wurde es für mich unmöglich, sie getrennt voneinander zu betrachten. Als ich anfing, mich mit meinem eigenen Leben tiefer auseinanderzusetzen, habe ich gemerkt, dass beide Themen eigentlich zusammengehören. Warum das so ist, möchte ich euch in diesem Artikel genauer erzählen. Denn ich glaube, dass das nicht nur auf mich zutrifft, sondern auf uns alle. 

Beide Themen haben in den letzten Jahren rasant an Bedeutung gewonnen. Auch das ist meiner Meinung nach kein Zufall. Warum eigentlich?

Mir geht es an dieser Stelle nicht um die Gründe dafür, warum diese Themen jeweils relevanter werden, sondern dass ausgerechnet diese beiden Themen immer präsenter und wichtiger werden.

Persönlichkeits­­entwicklung ist quasi unser eigener dynamischer Wegweiser für ein persönlich erfülltes Leben. Ich würde behaupten, dass Persönlichkeits­entwicklung besonders durch das Thema Stress an Bedeutung gewonnen hat. Wie komme ich dazu?

Unser Alltag ist hektisch. Es gibt alles im Überfluss. Wir haben unendlich viele Möglichkeiten. Tendenz steigend. All diese gestiegenen Anforderungen führen zu Leistungsdruck und Überforderung. Als Gegentrends zum Stress haben sich beispielsweise Achtsamkeit, Selbstbestimmung und Freiheit entwickelt, die durch diese ständige Überlastung blockiert werden. Alles große Themen der Persönlichkeits­entwicklung.

Beim Thema Nachhaltigkeit verhält es sich ähnlich. Auch hier kann man Stress als den Grund ansehen. Stress für die Natur, der beispielsweise durch eine von Massenproduktion und -konsum geprägte Umwelt entstanden ist. Auch hier haben sich Gegentrends wie Minimalismus, Zero Waste, Sustainable Fashion und viele weitere gebildet, die sich im Bereich Nachhaltigkeit verorten lassen.

Aber wie kommen diese beiden Themen jetzt zusammen?

Unsere heutigen Lebens- und Arbeitsweisen haben unsere persönlichen Bedürfnisse sowie die Bedürfnisse unserer Welt so lange unterdrückt, dass wir anfangen, die Konsequenzen des Spannungs­verhältnisses von Wirtschaft, Gesellschaft, Ökologie und dem eigenen Wohlbefinden zu spüren. So sind sowohl das heutige Bedürfnis nach Persönlichkeits­entwicklung als auch die Notwendigkeit für mehr Nachhaltigkeit aus diesem Ungleichgewicht heraus entstanden. Ein Ungleichgewicht, das durch unser „mehr, schneller, weiter” getriebenes Verhalten ausgelöst wurde.

Die Probleme, die unsere Lebensstile verursachen, wurden bisher meist getrennt voneinander versucht zu lösen. Wenn wir jedoch den Stress, dem wir und unsere Welt ausgesetzt sind, als die eine Ursache für unsere jetzige Gesamtsituation ansehen, dann stellt sich die Frage, ob es auch die eine Lösung gibt. Meiner Ansicht nach könnte es die geben. Wir Menschen haben uns den Stress selbst erschaffen. Also sind wir auch die Einzigen, die ihn auflösen können. Und zwar dadurch, dass wir die Ursache beheben und nicht die Symptome. Mit einer gesunden, nachhaltigen Lebensweise, die langfristig für alle funktioniert. Die jedoch nicht auferlegt, sondern selbst entwickelt ist.

Mittlerweile haben sich viele der heutigen Trends zu einer Art Lebenseinstellung und Überzeugung entwickelt, der sowohl persönliche als auch umweltbezogene Motive zugrunde liegen.

Achtsamkeit als Ansatz, die Aufmerksamkeit bewusst wieder auf sich selbst zu richten, führt nicht nur dazu, achtsamer mit sich selbst umgehen, sondern auch unser Umfeld in die Betrachtung mit einzubeziehen. Mit anderen Worten: Achtsamkeit fördert auch Nachhaltigkeit.

Minimalismus als eine Art, sich auf das Wesentliche zu fokussieren, wirkt nicht nur dem Massenkonsum entgegen, sondern hilft uns zu erkennen, was uns wirklich wichtig ist. Wenn wir das wissen, verändern wir unsere Wahrnehmung auf die Welt und werden sensibel für die Auswirkungen unseres Verhaltens auf unsere Mitmenschen und die Natur.

Ein anderes Beispiel ist der Veganismus. Bei der Entscheidung vegan zu leben, können sowohl persönliche als auch umweltorientierte Gründe eine Rolle spielen.

Auch das Thema Entschleunigung bezieht sich sowohl auf Nachhaltigkeit als auch Persönlichkeitsentwicklung. Unsere schnelllebige Welt führt nicht nur zu viel Hektik und wenig Beständigkeit, sondern stört die Balance zwischen dem Verbrauch von menschlichen und natürlichen Ressourcen und dem Konsum von Gütern. Die wirtschaftliche Entwicklung hat mittlerweile ein Ausmaß angenommen, das menschliche und natürliche Grenzen überschreitet. So entstand das Konzept von angemessenen Geschwindigkeiten und nachhaltigeren Alternativen, die für unser eigenes Leben sowie unsere Welt tragbar sind.

Der gemeinsame Nenner all dieser Themen ist Bewusstsein.

Einen Großteil der Dinge, die wir tun, tun wir un- oder unterbewusst. Wenn wir aber unsere Persönlichkeit weiterentwickeln, beschäftigen wir uns bewusst mit uns und unserem Leben. So werden uns früher oder später auch die Folgen unserer Handlungen auf die Umwelt bewusster. Bei der Verschmelzung der Themen Nachhaltigkeit und Persönlichkeitsentwicklung geht es um ein Bewusstsein für sich selbst und die Welt. Ein bewusster Lebensstil ist der erste Schritt in ein lohnenswertes Leben.

Vor allem im Hinblick auf das Thema Nachhaltigkeit ist auch der Punkt Verantwortung interessant. Wenn wir mit einer Situation unzufrieden sind, suchen wir die Schuld oft woanders als bei uns oder wollen andere Dinge oder Menschen für unsere Situation verantwortlich machen. Wir zeigen oft auf andere, anstatt unser eigenes Verhalten ehrlich zu hinterfragen. Dabei sollten wir bei uns selbst anfangen, wenn wir etwas verändern möchten. Das bedeutet, Verantwortung für unser Leben zu übernehmen und uns zu fragen, wie unser eigenes Verhalten dazu beigetragen hat, dass wir in dieser Situation sind. Ganz egal, um welches Thema es sich handelt, es geht darum, es selbst in die Hand zu nehmen anstatt die Verantwortung abzugeben. Verantwortliches Handeln beginnt bei jedem selbst – das gilt für persönliche, gesellschaftliche, wirtschaftliche oder ökologische Themen gleichermaßen.

Die dritte große Gemeinsamkeit der Themen Persönlichkeitsentwicklung und Nachhaltigkeit ist in meinen Augen Mitgefühl. Wenn wir uns mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigen, wird uns nicht nur der Effekt bewusst, den andere Dinge auf uns haben, sondern auch, wie unser Verhalten andere Dinge beeinflusst. In Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit könnte das beispielsweise die Auswirkungen unserer Ernährung auf die Umwelt bedeuten. Wenn wir uns selbst und unser Leben wertschätzen, dann werden wir auch Mitgefühl für unsere Mitmenschen, die Tiere, die Pflanzen und vor allem unsere Mutter Erde entwickeln.

Warum Persönlichkeits­entwicklung der Schlüssel zu Nachhaltigkeit ist

Schaut man sich den Begriff Persönlichkeitsentwicklung an, so könnte man annehmen, dass er sich auf die eigene Entwicklung beschränkt. Ich bin allerdings der Meinung, dass es – je tiefer man in den Prozess eintaucht – um eine langfristige Entwicklung einer Persönlichkeit geht, die im Einklang mit ihren Systemen lebt. Das umfasst die Familie, das Team, die Gesellschaft oder eben auch die ganze Welt. Sozusagen die gesellschaftliche Persönlichkeitsentwicklung.

Nachhaltigkeit ist neben einem politischen Thema auch eines, das uns selbst und die eigene Persönlichkeit betrifft. Wir können einen Beitrag leisten, indem wir uns unser eigenes Verhalten angucken, unsere Gedanken, Gefühle und Handlungen hinterfragen und überlegen, ob es Sinn macht, die Dinge noch so zu tun, wie wir sie tun. Persönlichkeitsentwicklung erlaubt uns, neu zu denken. Wir haben jeden Moment die Wahl, uns neu zu entscheiden. Aber was brauchen wir, um eine Entscheidung treffen zu können und die Kraft aufzubringen, wirklich etwas zu ändern?

Wir brauchen Klarheit darüber, wo wir stehen, was wir tun wollen, was uns ausmacht, wofür wir stehen, was uns wichtig ist und wer wir sind. Und wir brauchen eine klare Vorstellung davon, wo wir hinwollen und wofür. Wenn wir uns die Zeit nehmen anzuhalten, innezuhalten und zu reflektieren, können wir uns diese Dinge beantworten. Und dann kommt die Kraft, die wir brauchen, um die Veränderung anzugehen. Und genau das ist es, was unsere Welt braucht.

Bewusstes, verantwortliches und wertschätzendes Handeln ist aller Anfang für eine bessere Welt. Wenn wir wissen, was uns wichtig ist, werden wir uns auch konsequent für die Erhaltung und Verbesserung unserer Lebens­grundlagen einsetzen.


Müsste eine nachhaltige Entwicklung dann nicht eigentlich ganz einfach sein? Jein. Durch unseren Lebensstil haben wir uns oft schon so weit von uns selbst entfernt, dass wir uns unserer Situation ausgeliefert fühlen und vielleicht sogar unsere eigenen Bedürfnisse nicht mehr kennen oder spüren. Wir wissen nicht, wo wir anfangen sollen und haben nicht den Mut oder nehmen uns nicht die Zeit, etwas zu ändern. Dabei brauchen wir Pausen dann am meisten, wenn wir denken, uns sie am wenigsten leisten zu können. Denn ohne Pausen machen wir einfach immer weiter.

Wie können wir Persönlichkeitsentwicklung vorantreiben?

Wenn wir unsere Bedürfnisse längere Zeit ignorieren, werden sie irgendwann umso lauter. Dann erkennen wir meist selbst, dass es Zeit ist, etwas zu ändern. Oft merken wir es allerdings erst dann, wenn wir die Konsequenzen spüren, in welcher Form auch immer. Anstatt darauf zu warten, wäre es nicht besser, vorbeugend daran zu arbeiten?

Jeder von uns steht grad an einem anderen Punkt in seinem Leben – in Bezug auf seine eigene Persönlichkeit, aber auch Nachhaltigkeit. Letztendlich ist es egal, wo man ansetzt und ob man durch das Thema Persönlichkeitsentwicklung zur Nachhaltigkeit kommt, oder man durch Nachhaltigkeit wieder mehr zu sich selbst findet.

Es gibt mittlerweile zahlreiche kostenlose Angebote zum Thema Persönlichkeitsentwicklung und Selbstcoaching. Aber Achtung: Auch hier besteht die Gefahr, sich überfordert zu fühlen und nicht zu wissen, wie man anfangen soll.

Dann kann sich ein persönliches Coaching lohnen, in dem die individuelle Situation betrachtet wird. Im Coaching wird aktiv am Prozess der eigenen Persönlichkeitsentwicklung gearbeitet. Darüber hinaus kann ein Coaching helfen, neue Sichtweisen aufzuzeigen, die man in Selbstarbeit schon längst wieder verworfen hätte. Coaching kann uns Schritt für Schritt helfen, in uns reinzuhören und achtsam mit uns selbst zu sein, anstatt anderen gefallen zu wollen. Es hilft uns, Hindernissen nicht aus dem Weg zu gehen, sondern sie zu überwinden.

Eine Coaching-Begleitung kann zudem ermutigen, für seine Überzeugungen auch wirklich einzustehen und den Mut aufzubringen, es so zu machen, wie man es selbst für richtig hält. In Argumentationen oder Konflikten auch mal gegen veraltete Werte oder gesellschaftliche Normen zu halten und zu entscheiden, dass man es für sich anders machen will. Es ist nicht immer das richtig, was einem mitgegeben wurde.

Auch in Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit ist Coaching sinnvoll. Denn auch beim Gedanken daran, nachhaltiger zu leben, kann Überforderung aufkommen. Zudem kann es passieren, dass man sich fragt, was man alleine schon ausrichten kann, wenn es um die großen Probleme unserer Welt geht. Dabei geht es darum, global zu denken, aber lokal zu handeln.

Das Wichtigste ist: Anfangen.

Ich glaube daran, Coaching uns die Türen zu einer lebenswerten Zukunft öffnen kann. Wie genau das aussehen kann, teile ich in meinem nächsten Artikel mit euch.

Eure

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